Europäische Pokerexperten suchen schon seit einiger Zeit nach Kategorien, um einzelne Spieler einzuordnen. Dabei bedienen sie sich manchmal eher unpraktischer Kriterien. So versucht man beispielsweise immer wieder, Rückschlüsse aus der Nationalität der Spieler zu ziehen und bestimmten Nationalitäten typische Eigenschaften zuzuweisen. Über den praktischen Wert dieser Ambitionen kann man sicherlich streiten, beweisen muss sich eine solche wie jede andere Theorie jedoch in der Praxis. Den Typ Spieler, der die Theoretiker so besonders fasziniert, verkörpert kein Spieler so wie Michael Keiner.
Der aus Braunfels stammende Keiner praktiziert einen ganz eigenen Stil. Ob dieser durch seine bayerische Herkunft bedingt wird, mögen die Spezialisten entscheiden. Für Pokerfans interessanter ist die bemerkenswerte Siegesserie in Pokerturniere, die Keiner einst gelang. Sieht man sich die Entwicklung seiner Karriere genauer an, ist man schnell versucht, Keiner ziemlich weit oben in der Liste der europäischen Spitzenspieler anzusiedeln.
Innerhalb relativ kurzer Zeit gewann Keiner sieben Turniere. Die Zahl seiner Money Finishes liegt bei über 50, Tendenz steigend. Er hat über $500.000 gewonnen und liegt damit weit oben in der europäischen Geldrangliste.
Im Jahr 2006 erreichte er den 4. Platz bei der World Heads-up Championship, im Jahr 2007 belegte er Platz 44 in einem Omaha hi-Lo Split Event, nur um wenige Tage darauf sein erstes Bracelet im Seven Card Stud zu gewinnen. Das erste Event der 5. EPT Saison in Barcelona beendete er als 25.
Keiner hat sich in der Szene einen Namen gemacht und auch international als Größe etabliert. Mit ihm wird auch langfristig im Turnierpoker weiter zu rechnen sein.
